Moos im Rasen Drucken E-Mail
Praktisches - Rasen / Gehölze / Bäume
Geschrieben von: Simone Caneppele   
Freitag, den 26. Juni 2009 um 15:45 Uhr

Moos / Fabelfroh, wikipedia.deMoos im Rasen ist genau so lästig wie Unkraut aber noch hartnäckiger. Das Moos besitzt keine richtigen Wurzeln sondern ist über feine Zellfäden mit der Erde verbunden. Am ehesten kommt es auf frischer, feuchter und staunasser Erde vor und wächst auch im Winter. Leidet der Boden zudem noch an Stickstoffmangel, ist lehmig und der Standort im Schatten, ist dies die ein wunderbarer Flecken für das Moos.

 

Sind Ihnen die Schattenecken in Ihrem Garten bereits bekannt, sähen Sie dort unbedingt von Anfang an eine schattenverträgliche Gräsersorte aus. Idealerweise enthält die Mischung Lägerrispengras (Poa supina). Dieses Gras ist besonders geeignet und verträgt auch einen etwas tieferen Schnitt (~ ca. 4 cm). Ansonsten empfiehlt es sich, den Rasen in schattigen Lagen nicht tiefer als 6 bis 7 cm zu schneiden. Tiefer geschnitten, entstehen recht schnell Lücken im Gras und das Moos wird das gleich ausnutzen.

 

Nun ja, in dem meisten Fällen macht man sich ja erst Gedanken darüber, wenn das Moos bereits schön üppig gewachsen ist. Was können wir also dagegen tun. Zuerst mal nicht zuwarten, bis das Moos sich über einen grossen Teil der Fläche verteilt hat. Reagieren Sie möglichst bald.

 

Ist der Moosbefall in Ihrem Rasen relativ gering (> 20 % der Gesamtfläche), können Sie das Moos mechanisch bekämpfen. Der optimal Zeitpunkt ist im März/April. Wenn Sie den verpasst haben, bietet sich der September nochmals für den Kampf gegen das Moos an. Auf jeden Fall wird der Rasen zuerst mal gemäht (Schnitthöhe ca. 4cm). Danach wird der Boden kreuz und quer vertikutiert. Nun bringen Sie einen Langzeitrasendünger mit möglichst hohem Stickstoffgehalt aus. Geeignet sind z. B. Certoplan Royal oder Turfextra Royal von der Firma Schweizer. Wenn nötig, säen Sie auch gleich noch mit einer Schattenrasensamen-Mischung nach. Ist Ihr Boden sehr lehmig, streuen Sie noch etwas kalkarmen Sand mit einer Körnung von 2 bis 3 mm aus. Der Sand muss gewaschen sein, ansonsten verdichten die Feinpartikel den Boden zusätzlich. Denken Sie daran, die Nachsaat regelmässig, tiefgründig zu wässern. Ein oberflächliches Berieseln der Samen bringt nicht viel.

 

Ist der Moosbefall grösser als 20 % der Gesamtfläche greifen Sie zur Chemiekeule (der pragmatischere Gartenfreund wird dies auch bei geringerem Befall schon tun). Auch hier ist der optimale Zeitpunkt im März/April oder im September. Zuerst wird der Rasen gemäht (Schnitthöhe 4 cm) und erst dann wird das Mittel ausgebracht. Praktisch ist sicher ein Streugranulat (Mossifer Royal, Firma Schweizer), wenn Sie nicht zur Rückenspritze (für Flüssigherbizid wie Osotex von Maag oder Mogeton Royal von der Firma Schweizer) greifen wollen. Achten Sie unbedingt auf die Angaben auf der Packung bezüglich der Menge und dem Ausbringen des Präparates. Ca. 10 bis 15 Tage nachher wird gründlich vertikutiert, gedüngt und wenn nötig säen Sie nach. Auch eine allfällige Bodenverbesserung mit Sand kann empfehlenswert und nachhaltig sein.

 

Egal für welche Art der Moosbekämpfung Sie sich entscheiden. Wichtig sind: Vertikutieren, Düngen, Nachsäen!

 

Sollte Ihr Rasen sehr erbärmlich sein in seinem Erscheinungsbild, empfiehlt sich allenfalls auch eine professionelle Neuanlage des Rasens. Bedenken Sie allerdings, dass auch hier die zukünftige Pflege das A und O sein wird. Von nichts kommt nichts.

Bild: Fabelfroh, wikipedia.de