Orto Botanico di Palermo – Palermo, Italien Drucken E-Mail
Service - Porträts Botanischer Gärten
Geschrieben von: Daniel Zamatorcan   
Montag, den 24. August 2009 um 09:00 Uhr


Orto Botanico di Palermo / Esculapio, wikipedia.orgDer Botanische Garten Palermo ist eine Gartenanlage, die sowohl von der Universität Palermo als Lehr- und Forschungsanlage genutzt wird, als auch interessierten Besuchern offen steht.

In der Nähe des Haupteingans liegt das neoklassizistische Gymnasium welches ursprünglich das Hauptgebäude der Schola Regia Botanice (Königlich-botanische Lehranstalt) mit Herbarium, Bibliothek und dem Büro des Direktors war. In zwei kleineren Gebäuden an den Seiten des Gymansiums, dem Calidarum und dem Tepidarium befinden sich Pflanzen, die ein wärmeres Klima bevorzugen.

Der Garten nach Linné ist der älteste Teil des Gartens. Es ist eine rechteckige Anlage welche in vier Viertel unterteilt ist. Die Pflanzen wurden hier nach der Taxonomie von Carl von Linné kultiviert. Von den ursprünglich etwa 1'580 verschiedenen Arten wachsen noch etwa 658 hier – darunter auch Exemplare des Ginkgo-Baums. Zwischen den Sektionen befinden sich Springbrunnen und im Zentrum ist die Kreuzung der Viale centrale, der Hauptachse des botanischen Gartens, und der Viale delle palme, einer Allee von Palmen.

Aquarium Orto Botanico di Palermo / Esculapio, wikipedia.orgDas Aquarium ist ein grosses rundes Becken am Ende der Via centrale, das durch drei konzentrische Kreise mit jeweils 8 Abschnitten in 24 Sektionen unterteilt ist. Diese beherbergen eine grosse Vielfalt verschiedenster Wasserpflanzen wie beispielsweise Seerosen. Wenige Meter vom Aquarium entfernt befindet sich die Lagune in der u.a. Echter Papyrus sowie Schilf und Zypergräser wachsen.

Gewächshaus Orto Botanico di Palermo / Esculapio, wikipedia.orgDie verschiedenen Gewächshäuser umfassen heute insgesamt eine Fläche von etwas 1'300m2. Das älteste Gewächshaus ist das Serra Maria Carolina, ein Geschenk der Königin Maria Karolina von Österreich welches auch unter dem Namen Giardino d'Inverno (Wintergarten) bekannt ist. Hier gedeihen Pflanzenarten die sonst nur im warmen Klima Afrikas, Zentralamerikas, Südamerikas, Asiens und Australiens wachsen. Darunter unter anderem Kaffeepflanzen, Papaya, eine Reihe von Bougainvillea, Zimtgewächsen und Mimosen. In der Serra della Regione (Treibhaus der Region) finden sich einige Exemplare des Baums der Reisenden sowie Flamingoblumen, Wolfsmilchgewäche und Schraubenbäumen. Zwei kleinere Treibhäuser zeigen Orchideen, fleischfressende Pflanzen und Goldkugelkakteen. Im Serra delle Succulente finden sich die verschiedensten Sukkulenten-Arten.

Aloe Plicatilis im Orto Botanico di Palermo / Esculapio, wikipedia.orgEin Highlight ist sicherlich das moderne Herbarium des Gartens welches eine Fläche von 6'000m2 aufweist und teilweise überdacht ist. Die grössten Sektionen sind das Erbario Siculo und das Erbario Generale mit jeweils 50'000 beziehungsweise 200'000 Exemplaren. Im Erbario Generale stammt etwa ein Viertel der Arten aus mediterranen Gebieten wobei die meisten von der Insel Sizilien selbst kommen. Ebenfalls im Herbarium zu finden sind etwa 2'000 Arten von Alten, 1'600 Flechtenarten, 4'700 Moose- und Pilzarten.

Ein weiterer Teil des Gartens ist den Palmbäumen gewidmet. Hier wächst ein japanischer Palmfarm der dem Garten von Königin Maria Carolin im Jahre 1793 gestiftet wurde und der erste seiner Art in Europa war. Ebenso finden sich hier Palmfarne aus Mexiko und dem indischen Subkontinent. Zusammen mit Chamaerops humilis (Zwergpalme), der einzigen auf Sizilien heimischen Palmenart und weiteren Exoten findet man etwa 80 verschiedene Arten hier.

Der grösste Baum des Gartens ist übrigens ein riesiger Feigenbaum der im Jahre 1845 von den Norfolk Inseln im pazifischen Ozean eingeführt wurde.

Im südlichen, Nuovo Settore genannten, Teil des Gartens sind die Pflanzen in Anlehnung an die Taxonomie von Adolf Engler gepflanzt.

Adresse und Lageplan sowie praktische Infos und weitere Details zum Park: Index Botanischer Gärten in Europa. 

Bilder: Esculapio, wikipedia.org