Italienischer Garten Drucken E-Mail
Gartenwissen - Gartenstile & Historie
Geschrieben von: Simone Caneppele   
Samstag, den 07. Februar 2009 um 22:30 Uhr

Villa Aldobrandini / © Torvindus, wikipedia.deWährend der italienischen Renaissance kam es, im Zusammenhang mit der Vorliebe für Villen an den Rändern der Städte und auf dem Land, zu einer Blüte der Gartenkunst. Zentren dieser Gartenkultur waren Florenz, Rom und die Terraferma der Republik Venedig. Wie bei den antiken Villen, in welcher der Garten integraler Bestandteil der Anlage war, waren auch die Gärten der Renaissance Teil eines Gesamtkonzepts. Die Villa und der Garten sollten die Persönlichkeit des Besitzers wiederspiegeln.


Die italienische Villa der Renaissance sollte möglichst an einem Hügel liegen, um die Landschaft optisch in das Gartenkonzept einzubeziehen. Innerhalb des Gartens war die Fläche in kleinere Partien eingeteilt. Der Garten enthielt mit Buchsbäumen eingefasste Wege, Grotten, Wasserbecken, Treppenanlagen und auch die in mittelalterlichen Gärten beliebten Laubengänge und gelegentlich mit hohen Mauern oder Hecken umschlossen Gärtchen, die Giardini segreti. Hecken, Bäume und Beeteinfassungen waren in der Regel nach geometrischen Vorlagen geschnitten. Wegen des Mangels an Wasser bevorzugte man immergrüne Gewächse. Blumen fanden ihren Platz in Gartenvasen. Die Gärten wurden mit antiken oder zeitgenössischen Skulpturen ausgestattet. In manche Gärten wurden nach antikem Muster Obst- und Gemüsegärten integriert, die ebenfalls geometrisch angelegt wurden.


In den frühen Italienischen Gärten fehlten im Gegensatz zum Französischen Garten, die von der Villa ausgehenden großzügigen Sichtachsen.


Hochrenaissance und Manierismus

Mit dem Entwurf für den Belvedere der päpstlichen Residenz in Rom erfuhr der italienische Garten zu Beginn des 16. Jahrhunderts eine stärkere architektonische Ausformung. Auf einem engen und steilen Raum wurde eine dreistufige Terrasse angelegt, die durch in komplexes System von Treppen miteinander verbunden wurden und die zusammen mit der Villa ein harmonisches Ganzes bildeten. Die Anlage selbst wurde mit wertvollen Antiken der päpstlichen Sammlung bestückt. Obwohl der Garten weitgehend zerstört wurde, war der Entwurf folgenreich für die Anlage von Gärten in Italien. In Folge diente der Garten weniger der Erholung sonder wurde zu Repräsentationszwecken und Freilichtmuseum genutzt. Dort wurden die Kostbarkeiten des Besitzers zur Schau gestellt.


Barock

Ein wichtiges Element Italienischer Gärten war fließendes Wasser. Unverhoffte Wasserscherze, mit denen man die Gäste erschrecken konnte, wurden zu einem muss im barocken Garten und entsprechend von den Gäsen bestaunt. Berühmt waren die verspielten Wasserkünste der Villa Aldobrandini, an denen sich die Lust der Zeit an Technik und Automaten zeigt.


Ein vollkommen erhaltenes Beispiel eines barocken italienischen Gartens ist die im Lago Maggiore gelegene Isola Bella, eine der borromäischen Inseln. Auf dem felsigen Inselchen legte die Familie Borromeo im zwischen 1632 und 1672 ein Gartenanlage von zehn übereinanderliegenden, mit Balustraden, Skulpturen und Vasen üppig ausgestatteten Terrassen an, die mit einer überquellenden Fülle von Blumen und dekorativen lebenden Pfauen ausgestattet wurden. Die für die italienischen Gärten so wichtige Rolle des Wassers übernimmt hier der See.

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