|
Gartenwissen -
Gartenstile & Historie
|
|
Donnerstag, den 29. Januar 2009 um 15:36 Uhr |
|
Die ersten Barockgärten oder Barockparks wurden in Frankreich im 17. und 18. Jahrhundert angelegt. Deshalb nennt man sie auch französische Gärten. Der Barockgarten zeichnet sich aus durch seine strengen formalen Linien, welche symetrisch angelegt werden. Der Barockgarten ist ein Teil des architektonischen Gesamtkonzeptes des Schlosses. Die Planung und Erstellung des Garten erfolgte in direkter Zusammenarbeit mit dem Architekten des Schlosses.
Der Barockgarten ist eine Abwandlung bzw. Weiterentwicklung des Italienischen Renaissancegarten. Durch die strenge formale Gestaltung welche sich sogar in den Schnittformen der Pflanzen äusserte war der Barockgarten aber auch primär dazu da, die höfisch-feudale und absolutistische Macht des Adels zu demonstrieren. Mächtige Blickachsen, die mitten durch das Schloss führen, von hohen Bäumen gesäumte Alleen, große Wasserbecken mit pompösen Wasserspielen, Broderie-Parketts und Arabesken aus Buchsbaum, Kanäle und große Rasenflächen finden sich in allen diesen Anlagen.
Gliederung des klassischen Barockgarten
Das Parterre grenzt direkt an die Gartenseite des Schlosses. Diese terrassenartigen Flächen sind am prächtigsten dekoriert. Blumenrabatten, Rasenflächen, in Form geschnittene Buchsbäume und Wasserspiele bilden barocke Formelemente. Die Flächen und Wegen werden mit buntem Kies bestreut. In einiger Entfernung zum Schloss sind weniger Blumen angepflanzt dafür aber Rasenteppiche und Wasserbassing angelegt. Diese ruhigen Flächen untermalen die Prachtbeete und die Hauptfassade des Schlosses.
Das Boskett (franz. bosquet; Wäldchen, Gehölz oder Dickicht) ist ein Heckenbereich oder kleiner formaler Waldbereich des Gartens. Die geradlinigen Aussenseiten bildeten in Form geschnittene Hecken oder niedrige Bäume. Die Bosketts sind jeweils spiegelsymetrisch angelegt und verlaufen paralell zu der Hauptachse des Gartens. Die dadurch gegeliederten "Räume" werden somit zu kleinen Salons im Freien. Die Bosketten geben die Umrahmung für diverse Nutzungsmöglichkeiten wie Heckentheater, Irrgärten oder Konzertsäle. Sie waren auch oft ein Rahmen für Pavillons oder kleine Lustschlösser.
Von den Bosketten aus führen Wege in weitläufige Waldgebiete des Parks. So konnten die Jagdgebiete leicht erreicht werden auch mit der Kutsche.
Als Meilenstein der barocken Gartenkunst sind Schloss und Schlosspark von Vaux-le-Vicomte anzusehen.
Bild: wikipedia.de
Ähnliche Artikel: {module 26}
|