Heckenpflanzen - Privatsphäre im Garten Drucken E-Mail
Praktisches - Gartengestaltung
Geschrieben von: Simone Caneppele   
Samstag, den 07. März 2009 um 21:25 Uhr

Kirschlorbeer (Prunus Caucasica) / © thegardener.chMöchten Sie Ihren Garten ungestört geniessen? Diese Frage können wohl fast alle Gartenbesitzer mit "Ja" beantworten. Auch wenn das Einvernehmen mit dem Nachbarn noch so gut ist, ist es doch ein natürliches Bedürfnis im eigenen Garten auch die entsprechende Privatspäre zu wahren. Wohnen Sie direkt an einer Strasse oder einem Spazierweg bekommt der Begriff nochmals eine ganz andere Bedeutung. Zum Glück gibt es die Hecke! 


Über die Zeit findet es niemand mehr besonders spassig, wenn der 10. Passant einen Guten Appettit wünscht oder der liebe Nachbar sich während dem gemütlichen Plausch mit Freunden erkundigt, ob es einem auch gut geht. In der Schweiz ist es im Regelfall eher mühsam, sein Grundstück mit einer Mauer oder Sichtschutzwand zu umgeben. Nebst den baurechtlichen Beschränkungen "gehört" es sich auch einfach nicht, dies zu tun. Über die exorbitanten Kosten wollen wir schon gar nicht sinnieren. Schade eigentlich, der liebliche Reiz von Cottage-Gärten ist somit umständlich zu erstellen. Ausserdem könnte man so vermutlich auch den einen oder anderen Nachbarschaftsstreit von Anfang an vermeiden.

Wie wie schon bemerkt, zum Glück gibt es die Hecke. Sie grenzt das Grundstück ein, zeigt klar an, dies ist Privat, gibt uns den nötigen vertrauten Rahmen der eigenen "vier Wände" und somit die Möglichkeit den Garten uneingeschränkt zu geniessen und nutzen.

Wenden wir uns den verschiedenen typischen Heckenpflanzen zu.

Ein Klassiker unter den Heckenpflanzen sind die Thujas (Lebensbäume) sowie die Scheinzypressen (Chamaecyparis). Es sehen sich beide recht ähnlich. Die immergrünen Nadeln sind ein guter Sichtschutz. Der Lebensbaum wie auch die Scheinzypresse gibt es in vielen unterschiedlichen Sorten, welche sich primar in der Farbe unterscheiden. Nebst grün gibt es sie auch in gelb oder blaugrau. Beide benötigen feuchten Boden und leiden bei Trockenheit. Sie sollten die Pflanzen nie so stark zurück schneiden, dass Sie auf die unbenadelten Äste stossen. Es entstehen kahle Stellen und neues Grün treibt kaum noch aus. Ein Rückschnitt ein bis zwei mal pro Jahr ist genügend. Zwei bis drei Pflanzen pro Laufmeter (lfm) reichen völlig aus ausser beim Thuja occidentalis "Smaragd" werden drei bis vier Pflanzen pro lfm benötigt. Beschäftigen Sie sich übrigens gut mit der Sortenwahl, einige brauchen etwas Geduld, bis eine annehmbare Höhe erreicht wird. Vor allem wenn man die Pflanzen "nur" etwa 80 cm hoch kauft. Beide Typen können übrigens Höhen zwischen drei und fünf Metern erreichen. Bedenken Sie allerdings, dass der Anblick sehr eintönig ist. Nicht umsonst sind es beliebte Friedhofspflanzen.

Eine schöne und unproblematische Alternative sind die Eiben Taxus bacata und Taxus media "Hillii". Die Eibe ist der einzige Nadelbaum, der einem einen radikalen Rückschnitt verzeiht. Allerdings wächst sie sehr langsam und somit ist sehr viel Geduld gefragt. Der positive Aspekt ist aber, dass ein Schnitt pro Jahr völlig ausreichend ist. Zudem schlägt sich das langsame Wachstum auch erheblich im Anschaffungspreis nieder. Durch die dunklen Nadeln, kommen allerdings Staudenblüten im Vordergrund gepflanzt, sehr gut zur Geltung. Von der Taxus media werden drei bis vier Pflanzen pro lfm gebraucht und sie erreicht eine Höhe von ca. 3 Metern. Die Taxus bacata wird ungefähr 4 Meter hoch und pro lfm sollten zwei bis drei Stück gepflanzt werden.

Sehr schnell wachsend ist der Liguster (Ligustrum). Er wächst gut und gerne bis zu 30 cm pro Jahr. Es ist daher empehlenswert, den Liguster zwei mal pro Jahr zu schneiden. Es gibt ihn in dunkelgrün oder auch schön gelbgrün panaschiert. Die Pflanze ist sogenannt wintergrün. Wintergrün lässt sich wohl treffender beschreiben mit winterbraun. Im späten Winter / anfangs Frühling wirft er alle alten Blätter ab und wird gegen Mai wieder im schönen grünen Kleid erscheinen. Der Sichtschutz ist allerdings durch die feine Verästelung des Ligusters mehr oder weniger gegeben. Der Liguster erreicht übrigens eine maximal Höhe von "nur" 2,5 Metern. Sie brauchen drei bis 4 Pflanzen pro lfm.

Hainbuchen (Capinus betulus) sowie auch die Rotbuche (Fagus sylvatica) sind absolut unkompliziert und sehr pflegeleicht. Beide Arten lassen sich gut zurück schneiden und ertragen auch schattige Standorte. Die Blutbuche trägt wunderschöne rote Blätter. Es ist allerdings zu beachten, dass die Buchen nicht immergrün sind. Pro Laufmeter werden zwei bis drei Pflanzen benötigt. Mit einer Höhe von bis zu 5 Metern sind beide Typen gut geeignet für sehr hohe Hecken. Der Schnitt dürfte irgendwann einfach etwas problematisch werden.

Eine sehr schöne Hecke gibt auch der Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) ab. Die glänzenden Blätter verleihen ihm das Besondere und dies Sommer wie Winter. Ausserdem holen Sie sich mit dem Kirschlorbeer etwas mediterranes Flair in den Garten. Aber aufgepasst, die Pflanze ist nicht geeignet für allzu rauhe Lagen und die Dickmaulrüssler mögen ihn zum Leidwesen des Gärtners auch gerne. Nichts desto trotz ist der Kirschlorbeer wohl eine der schönsten immergrünen Heckenfplanzen. Schneiden Sie ihn bitte nicht mit der elektrischen oder motorbetriebenen Heckenschere. Dies franst die Blätter aus und nimmt viel von seinem Reiz. Der Lorbeer wächst pro Jahr auch gute 40cm. Es wird angegeben, dass man pro lfm 3-4 Pflanzen benötigt. Dies ist wirklich an der oberen Grenze. 2-3 Pflanzen reichen auch. Die Wuchshöhe variert zwischen 2 und 2,5 Meter. Allerdings wird der Kirschlorbeer problemlos auch Höher. Achten Sie etwas auf die Sorte. Die Pflanzen werden übrigens recht breit. Also setzen Sie sie nicht auf allzu schmalen Standorten ein.

Wenn Sie ein wirklich geduldiger Mensch sind, können Sie auch Buchsbäume als Hecke verwenden. Sie benötigen aber wirklich viel Geduld und die einzelnen Sträucher sind recht teuer in der Anschaffung. Der Buchs liebt durchlässige humose Böden. Pro lfm werden 2-4 Pflanzen, je nach gewählter Sorte, benötigt. Der grossblättrige Buchsbaum (Buxus sempervirens "Rotundifolia") wird maximal 2 Meter hoch. Die anderen Sorten höchstens 1,5 Meter.

Für niedriege Hecken können Sie auch Berberitzen (Berberis), Spiersträucher (Spiraea)  oder Fingersträucher (Potentilla fruticosa) setzen. Die Berberitze kann streng geschnitten werden. Sie erreicht eine maximal Höhe von 1,5 Metern und pro lfm 4-5 Pflanzen gesetzt werden. Die Berberitze ist übrigens sehr stachlig. Sollten Sie Kinder haben, ist Vorsicht geboten allerdings wird Ihr Garten somit auch nicht zum Katzenklo. Die freiwachsenden Spier- und Spindelsträucher bleiben auch eher klein mit einer Höhe von höchstens 1 Meter allerdings sind sie eine wahre Augenweide, sobald sie blühen. Die Spirea japonica Shirobana ist ein besonders schönes Exemplar, welche von Juli bis August in weiss und rosarot blüht.

Einige Exoten unter den Heckenpflanze sind der Feldahorn, die Kornelkirsch, Weissdorn, Mahonia, Rottanne und etwas neuer und natürlich völlig im Trend der Schirmbambus. Vergessen Sie beim Bambus nicht die Wurzelsperre, da dieser starke Ausläufer bildet!

Am Besten schneiden Sie die Hecken im Laufe des Junis. Die ersten neuen Triebe sind dann schon kräftig gewachsen und somit lässt sich auch gleich wieder etwas Form ins Ganze bringen. Wenn Sie es gerne ordentlich haben, können Sie die Hecke auch nochmals im Herbst schneiden (September/spätenstes Oktober). Frei wachsende Hecken sollten gelegentlich ausgelichtet bzw. verjüngt werden (so alle 3-5 Jahre sollten reichen). Vergessen Sie auch bitte nicht, im Frühling und idealerweise auch im Herbst zu düngen. Die Pflanzen werden es Ihnen mit kräftigem gesunden Wachstum danken.
 

Kirschlorbeer "Prunus Caucasica"


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