Einführung - etwas Philosophie zur Gartengestaltung Drucken E-Mail
Praktisches - Gartengestaltung
Geschrieben von: Simone Caneppele   
Freitag, den 20. Februar 2009 um 20:30 Uhr

Sie werden bald stolzer Haus- und Gartenbesitzer sein? Na dann zuerst mal herzliche Gratulation! Bestimmt sind Sie fleissig damit beschäftigt, die richtigen Bodenbeläge auszusuchen, zerbrechen sich den Kopf, ob wohl die weiss-schwarze Farb-Kombination im Badezimmer doch zeitloser ist als die trendige blautviolette mit einem warmen gelbton kombiniert. Nehmen wir lieber den Kombisteamer oder doch Steamer und Backofen separat.

Die absolut moderne Kochinsel ist natürlich ein Muss, auch wenn der Boden rundherum v.a. am Kopfende des Kochfeldes vor fett glänzt nach jedem Anbraten. Wie soll den die Eingangstüre aussehen und die Türklinken sollten ja auch alle gut in der Hand liegen. Brauchen wir im Kinderzimmer wirklich an drei Orten Steckdosen oder reichen auch zwei? Ausserdem wäre doch ein Naturkeller der absolute Hit um den Wein einzulagern. Na, haben Sie daran gedacht oder war der Boden schon ausgegossen? Sind endlich alle Entscheidungen gefällt pilgert man jedes Wochenende mit stolzgeschwelter Brust auf die Baustelle mit Familie und Freunden im Schlepptau um das neue Eigenheim zu präsentieren und alles minutiös zu erläutern. Ein schöne und aufregende Zeit! Geniessen Sie es!

Die Bauerei geht langsam in die Endphase, im alten Zuhause wird schon fleissig aussortiert und dann kommt es. Der Architekt stellt Ihnen DIE klitzekleine Frage: "Sind die grauen Standartplatten auf dem Sitzplatz für sie in Ordnung oder wollen Sie etwas anderes?" DER GARTEN! Der ist ja völlig untergegangen! Leicht enerviert studiert man das Budget und stellt fest, dass es eigentlich gar nicht mehr so viel auszugeben gibt. Liegt wohl der Holzbelag doch noch drin und eigentlich hätten wir ja noch ganz gerne eine Hecke gehabt. Zudem war für jedes Kind ja noch ein Bäumchen geplant und die Bodendecker. Ausserdem wäre eine Steinmauer auch ganz nett.

Lassen wir den Zynismus nun mal beiseite und wenden uns dem wirklichem Thema Gartengestaltung zu. Egal, ob Sie ein Haus von grundauf neu bauen oder ein bereits bestehendes Haus kaufen. Der Garten sollte möglichst von Anfang an mitgeplant werden. Je nach Lage des Hauses kann es nämlich ziemlich aufwänding werden 5 Tonnen Stein an den richtigen Ort zu bringen bzw. den englischen Rasen wieder umzugraben um die vergessen gegange Stromleitung Mitten im Garten doch noch einzuziehen. Dies bemerkt man spätestens eine Woche vor dem ersten Advent, wenn man begeistert mit der brandneuen Weihnachtsbeleuchtung im Garten steht und feststellt, dass man gerade mal eine Steckdose beim Sitzplatz einbauen liess.

In einer ersten Phase der Planung geht es noch nicht darum, ob die Glanzmispel nun passend ist oder doch lieber ein Holunder gepflanzt werden soll. Es beginnt ganz rudimentär mit der Anlage/Aufschüttung des Geländes. Sollten Sie zu den glücklichen Personen gehören, die Ihr Haus auf eine flache Ebene stellen können, dann dürfen Sie gerne bereits zum nächsten Absatz springen. Meistens ist bei diesem Thema schon relativ viel gegeben durch die Lage des Hauses im Verhältnis zur Garagen bzw. angrenzenden Gehwegen oder halt auch auf Grund von Gemeindeverordnungen. Steht Ihr Haus aber nun leicht erhöht zum Gehweg und sie nennen noch ein 1m hohes Bort abschüssig zum Weg Ihr Eigentum, werden Sie leider nicht besonders viel davon haben ausser der Arbeit. Hier sollten Sie sich gut überlegen wie dies zu lösen ist (z.B. mit Betonelementen oder einer Trockenmauer). Wir werden später nochmals detaillierter auf dieses Thema zurück kommen.

Hier die wichtigsten Punkte, welche sich idealerweise noch während der Bauzeit des Hauses lösen und auch gleich ausführen lassen.

Wo benötigen wir überall Wasser?
Genügt ein Wasserhahn an der Hausfassade oder wäre es besser noch im Gelände eine weitere Wasserleitung verlegen zu lassen. Sei uns nun um einen Gartenschlauch anzuschliessen oder später mal einen Brunnen, Teich etc. zu erstellen. Allenfalls drängt es sich auch auf, gleich eine Regentonne versenken zu lassen und das Wasser dort zu beziehen.

Wo wollen wir überall Strom?
Neben der klassischen Lampe gleich beim Sitzplatz hätten Sie allenfalls noch gerne eine Lampe beim Gehweg oder möchten eine besonders schönen Baum oder Busch anleuchten. Falls Sie mal einen Brunnen oder Teich anlegen möchten, benötigen Sie auch Strom für die Wasserpumpe. Oder aber es wäre auch ganz praktisch den elektrischen Rasenmäher oder die Heckenschere nicht mit der 50m Kabelrolle zu verbinden. Natürlich vergessen wir auch nicht die Weihnachtsbeleuchtung.

Ist der Sitzplatz gedeckt?
Wenn nicht, ist eine bauliche Lösung wie eine Pergola dringend zu empfehlen. Nur eine Sonnenstore ist nicht genügend. Spätestens wenn bei der Grillparty überraschend ein Gewitter aufzieht, ist es nicht besonders angenehm 20 Personen inkl. Geschirr, Gläser, Getränken, Essen und den Sitzkissen wieder ins Haus zu verfrachten.

Wo bringen wir den Rasenmäher inkl. alle anderen Gartengeräte unter?
Diese Frage ist besonders bei mittleren Reiheneinfamilienhäusern grundlegend. Es wird sich nicht freuen, den Rasenmäher jedes mal vom Keller hochzutragen. Ein Gartenhäuschen ist in diesem Fall für die Unterbringung von den gängigen Gartenutensilien sicher sehr empfehlenswert. Beachten Sie hier unbedingt, dass es in den meisten Gemeinden für ein Gartenhaus eine Baubewilligung braucht zudem werden Sie allenfalls noch mit den Nachbarn bezüglich dem Näherbaurecht verhandeln müssen.

Nicht ganz so dringend aber sicher praktisch ist auch die Überlegung, ob ein Zaun gebraucht wird oder nicht. Ausserdem vergessen Sie nicht, die Rasenkanten vom Gärtner machen zu lassen. Dies ist nämlich eine ziemlich mühsame und schweisstreibende Arbeit.

In den folgenden Beiträgen werden wir alle Themen noch im Detail abhandeln sowie uns natürlich ausführlich mit dem Gartendesign beschäftigen.