Kletterpflanzen - Sichtschutz auf wenig Raum Drucken E-Mail
Praktisches - Gartengestaltung
Geschrieben von: Simone Caneppele   
Mittwoch, den 27. Mai 2009 um 19:40 Uhr

Geissblattblüte / (c) thegardener.chSie möchten auch in Ihrem kleinen Reihenhausgarten eine geschützte Ruhezone schaffen. Der Sitzplatz ist zum Nachbarn hin voll einsehbar. Ihr Lieblingsgartenplatz sollte doch noch etwas Privatsphäre erhalten. Das Gartenhäuschen verschandelt die Aussicht. Dann heisst die Lösung Kletterpflanzen. Diese wundervollen Pflanzen in vielen verschiedenen Arten verschönern eine hässliche Wand, vermitteln Geborgenheit auf dem Sitzplatz und schützen vor allem vor Blicken ohne Enge zu vermitteln.


Geissblatt / (c) thegardener.chWie es der Name schon sagt, alle Kletterpflanzen benötigen auch eine Kletterhilfe. Die Möglichkeiten sind hier vielfältig. Vom schönen Schmiedeisengitter über die Holzsprossenwand zu Seilsystemen aus Edelstahldrähten oder dem gestylten Designerstahltrapez aus dem Gartencenter. Beachten Sie einfach, dass Ihre Rankhilfe erstens für die Pflanze geeignet ist und zweitens zum Haus passt. Hier beobachtet man immer wieder ausserordentliche faux-pas. Die ländlichen Billig-Holzzäune vom Grossverteiler passen beim besten Willen nicht zu einem streng formalen modernen Haus sowie der durchgestylte Designerbogen völlig fehl am Platz wirkt zu einem Bauernhaus.

Ideal für nackte Mauern, Sichtschutzzäune und Gartenhäuser sind Selbstklimmer. Dazu gehören wilder Wein (Parthenocissus), Kletter-Hortensien (Hydrangea petiolaris) und das immergrüne Efeu (Hedera). Mit ihren Haftwurzeln halten sich diese Pflanzen an der Unterlage fest. Beachten Sie allerdings, dass die Haftwurzeln auf dem Untergrund Spuren hinterlassen. Drahtgitter und Seilsysteme sind für die Selbstklimmer nicht geeignet. Die Kletter-Hortensie dankt es Ihnen, wenn Sie ihr eine leichte Kletterunterstützung (Draht) geben.

Clematis / (c) thegardener.chUnter den Begriff Schlingpflanzen fallen alle Waldrebensorten (Clematis), Echter Wein (Vitis vinifera), Geissblatt (Lonicera) und Pfeiffenwinde (Aristolochia). Für diese Arten genügen leichtere Rankhilfen in Form von Stahlseilen oder einer Holzsprossenwand, Obelisken oder ähnliches. Sie winden sich selber senkrecht hoch. Glyzine (Blauregen, Wysteria), Baumwürger (Celastrus orbiculatus), Knöterich (Fallopia baldschuanicum) und Kiwis gehören auch zu den Schlingpflanzen benötigen aber unbedingt stabile Rankhilfen wie Pergolapfosten. Sie eigenen sich auch gut zum Begrünen von Carports.

An einer warmen geschützten Lage können Sie auch Trompetenblumen (Campsis), Passionsblumen (Passiflora caerulea) und Jasmin (Jasminum officinale) pflanzen. Die Trompetenblume sollten Sie jeweils etwas aufbinden, da die Pflanze selber wenig kletternd ist. Auch Hopfen gibt ein schönes Bild ab. Hier wird wieder eine stabiliere Kletterhilfe benötigt.

Immer- und wintergrüne Schlingpflanzen sind übrigens nur die Clematis Early Sensation (halbimmergrün was gleichbedeutend ist mit braun im Winter), wirklich grün bleiben alle Efeu Arten, der Geissblatt japonica Halliana und der Rubus flageliflorus, welcher aufgebunden werden muss.

Kletterrose / (c) thegardener.chKletterrosen geben auch einen wunderbaren Sichtschutz ab oder verschönern Rosenbögen, Wände und Zäune. Allerdings nehmen sie ein beachtliches Format an vor allem in der Tiefe. So können die Rosen gut und gerne bis zu einem Meter von der Kletterhilfe abstehen. Hier ist übrigens auch eine stabile Rankkonstruktion von nöten. Zudem müssen Sie die Triebe ab und zu etwas aufbinden.