| Natur im Garten: Das Ohrwurmquartier |
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| Praktisches - alles Andere | |
| Geschrieben von: Daniel Zamatorcan | |
| Freitag, den 19. März 2010 um 09:00 Uhr | |
Auch Ohrwürmer sind Nützlinge im Garten. Fressen Sie doch grosse Mengen an Blumen- und Minierfliegen, Schild- und Blattläusen. Und ein dekoratives Ohrwurmquartier ist schnell und günstig gebaut.
Es gibt weltweit über 1800 verschiedene Arten von Ohrwürmern (Dermaptera). Die bei uns am häufigsten vorkommende Ohrwurmart ist der Gewöhnliche Ohrwurm (Forficula auricularia). Von der Antike bis in die frühe Neuzeit hinein wurden die Tiere pulverisiert als Medizin gegen Ohrkrankheiten und Taubheit verabreicht. Während dieser Gebrauch in Vergessenheit geraten ist, blieb der lateinische Name auricula (von auris "Ohr") erhalten. Da man sich den Namen nicht mehr erklären konnte, wurde allgemein angenommen, dass die Tiere nachts in Ohren kriechen und sich dort festbeissen können was natürlich nicht korrekt ist! Ohrwürmer sind für Menschen vollkommen ungefährlich und Ihre Hinterleibszangen sind viel zu schwach um die menschliche Haut durchstechen zu können. Der Gemeine Ohrwurm ist ein Allesfresser und gilt deshalb nicht zu Unrecht als Nützling. Er frisst beispielsweise neben Blattläusen auch die bereits erwähnten Minier- und Blumenfliegen. Ohrwürmern wird gerne vorgeworfen, dass sie sich gern in der Mulde am Stielansatz von Äpfeln verkriechen und dort die Schale anknabbern und so das Obst dann nicht mehr haltbar ist. Es ist aber so, dass die Beisswerkzeuge von Ohrwürmern zu schwach sind um Äpfel selbst anzuknabbern. Es ist vielmehr so, dass sie bestehende Schadstellen ausnutzen und diese nicht von ihnen selbst verursacht werden. So kann man Ohrwürmer häufig in Frassgängen des Apfelwicklers finden. Ein dekoratives Quartier für Ohrwürmer zu bauen ist denkbar einfach. Eine kleine Bauanleitung können Sie hier als PDF oder JPG herunterladen. Sie benötigen dazu folgende Materialien:- Ein Tonblumentopf (Grösse nach ihrem Geschmack. Wir haben einen Topf mit 13cm Durchmesser benutzt) - Einen kleinen Holzstab - Ein Stück engmaschiger Maschendraht (etwas Grösser als der Topfdurchmesser) - Eine Kordel/Schnur von etwa 50cm Länge - Etwas Stroh oder Holzwolle Und so wird das Quartier zusammengebaut: Die Kordel kann am Holzstab mittig festgebunden werden. Alternativ kann aber auch ein Loch in den Holzstab gebohrt werden und die Kordel wird mittels "Knopf" mittig fixiert. Das Längere Ende der Kordel zieht man nun durch die Öffnung des Topfbodens. Stellen sie sicher, dass dasas kürzere Ende der Kordel im inneren des Topfs herunterhängt und dabei etwas länger ist als der Topf selbst. Den Topf nun mit etwas Stroh oder Holzwolle füllen. Anschliessend das Drahtgeflecht auflegen und dieses mit der Kordel festbinden damit die Füllung nicht herausfallen kann. Zu Standort und Wartung:Das Ohrwurmquartier können sie nun an einem Baumast oder in einer Hecke aufhängen. Beachten sie, dass der Topfboden den Ast berühren sollte, damit der Topf im Wind nicht zu stark schaukelt und die Ohrwürmer hineinkriechen können. Übrigens: das Ohrwurmquartier kann das ganze Jahr über draussen bleiben und eine Reinigung oder Erneuerung der Füllung ist nicht notwendig. Und nun wünschen wir Ihnen viel Erfolgt mit ihrem Ohrwurmquartier. Lassen Sie uns wissen ob's geklappt hat und natürlich freuen wir uns auch auf Fotos ihres Quartiers. Ohrwürmer sind übrigens Nachttiere. Das heisst, dass man sie nur selten zu Gesicht bekommt, da sie sich tagsüber unter Steinen, Rinde oder Brettern verstecken.
Teaser-Bild: James Lindsey at Ecology of Commanster |




Zu Standort und Wartung:
